 | Sonstige Zeitungen: Punktgewinn mit Mini-Abwehr |
SCR holt einen wichtigen Zähler in München und verteidigt zunächst einmal Platz zehn
VON OLIVER RABUSER
München – Der SC Riessersee musste im Derby beim EHC München eine bittere Niederlage hinnehmen. Trotz 3:1-Führung nach 40 Minuten und guter Leistung unterlag die Mannschaft von Gerhard Brunner dem Tabellendritten aus der Landeshauptstadt noch mit 4:5 nach Penaltyschießen. Der Punkt reichte aber immerhin, um Platz zehn in der Tabelle gegen Weißwasser zu verteidigen. Nun sind drei Teams punktgleich. Die Lage spitzt sich zu.
Besser hätte die Partie nicht beginnen können für die Gäste. 38 Sekunden war die Spieluhr erst in Betrieb, als der Puck zum ersten Mal hinter Münchens Schlussmann Sebastian Ellwing lag. Der SCR war eigentlich mit dem ersten Wechsel beschäftigt, als Brad Self aus dem Handgelenk noch abzog, und zwischen den beiden vor ihm postierten Angreifern und Ellwing die kleine Lücke fand. Mike Ouellet spielte für den gesperrten Rob Brown im ersten Sturm, Bernhard Ebner gab den fünften Verteidiger in einer dünn besetzten Abwehr. Ouellet war es auch, der mit Münchens Markus Jocher die ersten kleinen Strafen absitzen musste. Weil der Münchner Verteidiger früher auf das Eis zurück durfte, setzte der EHC zum Powerplay an und glich durch Brandon Dietrich aus. Bitter: Ouellets Strafe wäre eine Sekunde später abgelaufen. Die Gastgeber waren öfter in Scheibenbesitz und hatten gute Möglichkeiten durch David Wrigley und Jocher. Brunners Mannschaft aber spielte im ersten Abschnitt keinesfalls wie ein Team, das auf fremdem Eis seit Wochen kein Bein auf das Eis brachte. Immer wieder näherte man sich dem Münchner Drittel. Die neuerliche Führung hatte ihren Ursprung allerdings in einem Bully. Self gewann das Anspiel und bekam den Schussversuch von Mats Lindmark direkt am Torraum auf den Schläger serviert – 1:2. Nach der ersten Pause setzten neuerlich die Werdenfelser die Akzente. Einen Schuss von Beppo Frank konnte Ellwing mit einiger Mühe per Fußabwehr klären. Nichts zu halten gab es derweil beim 1:3 durch Chris Stanley, der sich bei seinem Torerfolg quasi selbst assistierte. Der Schuss des Außenstürmers landete hinter dem Tor, den Nachschuss konnten gleich zwei Münchner trotz intensiven Stockeinsatzes nicht verhindern. Riessersee wusste um die Überzahlstärke des Tabellendritten und ging diszipliniert zu Werke. Und wenn doch einer auf die Strafbank musste, dann bügelten die vier verbliebenen Kollegen den Fauxpas mit Eifer aus. Der EHC machte zur Mitte des Spiels mächtig Druck, brachte die Scheibe häufig auf das Gehäuse von Mark McArthur. Der aber ließ sich nicht bezwingen. TJ Guidarelli hatte in dieser Phase bei einem Konter die einzige Gelegenheit zur Entlastung. Später scheiterte Self an Ellwing. Die Ereignisse zu Beginn des Schlussdrittels sind kaum zu beschreiben. Frank agierte unbeherrscht, langte bei angezeigter Strafe gegen Dietrich nach, musste vier Minuten raus. Alsbald folgte ihm Lindmark und auf dem Eis die Münchner Auferstehung. Drei Gegentreffer in schneller Abfolge ließen die Gesichter auf der SCR-Bank immer länger werden. Der SCR drohte einzubrechen, doch Tobias Biersack hatte genau zum richtigen Zeitpunkt die Antwort parat und glich aus zum 4:4. Dann gab es ausreichend Überzahl für die Gäste: Reader, McPherson und Guidarelli hatten den fünften Treffer auf dem Schläger, verfehlten jedoch haarscharf. Dramatik in der Schlussphase. Self bekam zwei Minute, Troy Bigam verlor den Schläger. Das Unentschieden gaben die Brunner-Schützlinge dennoch nicht mehr aus der Hand. Im Duell Stürmer gegen Torhüter verwandelte einzig Guidarelli für den SCR, während sich McArthur zweimal geschlagen geben musste.
Paderhuber beißt sich durch trotz Knieverletzung
Gerhard Brunner (Trainer SCR): „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Team. Es ist auf dem richtigen Weg. Man muss auch zufrieden sein, wenn man gegen so einen guten Gegner wie München einen Punkt holt. Der EHC war spielerisch Sehr stark, wir konnten nur Kampf, Moral und Leidenschaft entgegensetzen. In Unterzahl ist es schwer, gegen München zu bestehen. Andi Paderhuber hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Er hätte nach dem zweiten Drittel wegen einer Knieverletzung eigentlich nicht mehr spielen sollen.“
Pat Cortina (Trainer München): „Es war nicht einfach für uns. Das frühe Gegentor war frustrierend. Das Schussverhältnis nach zwei Dritteln sagte etwas anderes aus als der Spielstand. Nach dem Rückstand war es schwer gegen ein so kraftvolles Team. Aber wir sind zurückgekommen.“
Garmischer Tagblatt vom 16.02.2009
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