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 Abendzeitung: Die Trutzburg vom Spiridon-Louis-Ring 3

EHC München MÜNCHEN Nur noch vier. Vier Spiele, dann ist die reguläre Saison des Tabellendritten EHC München beendet, dann geht es für das Team von Pat Cortina in die Playoffs. „Die Playoffs sind der Ort, an dem Meister geboren werden. Da haben wir unsere Feuertaufe noch vor uns“, sagt Manager Christian Winkler. Doch das M-Wort, die Meisterschaft, es ist beim EHC kein Tabu. „Ich denke, wir haben das Zeug dazu, Meister zu werden“, sagt Kapitän Andreas Raubal.

Das Zeug, aus dem Meister sind, zeigt der EHC besonders daheim. Die letzten zehn Partien in der Olympia-Eishalle hat der EHC alle gewonnen, die Olympia-Eishalle am Spiridon-Louis-Ring 3 ist zur Trutzburg geworden. „Das kriegen die Gegner mit. Die fahren bereits mit einer gewissen Angst nach München“, sagt Raubal. Und Winkler meint: „Das sind Signale, die in der Liga vernommen werden. Unsere Heimstärke entspringt aus unseren allgemeinen Stärken.“

Mentale Stärke: Selbst, wenn es nicht so läuft, wie etwa beim 3:2 über Bremerhaven, als die Münchner schon 0:2 hinten lagen, verliert der EHC nie den Glauben daran, dass Spiel noch drehen zu können. „Diese Brainpower zeichnet uns aus“, sagt Cortina, „Verlieren beginnt im Kopf und strahlt in den Körper aus, der dann schwächelt. Man muss die Härte gegen sich selbst trainieren.“ Dafür erfindet Cortina kleine Spielchen. Etwa ruft er interne Playoffs aus. Die nächsten sieben Spiele setzte er kürzlich als Serie an. Für mindestens vier Siege (Weiterkommen in den Playoffs) lobte er zwei freie Tage aus. „Nur, weil jemand gegen uns 3:0 führt, heißt das nicht, dass er gewonnen hat. Das wissen wir, aber auch bereits unsere Gegner“, sagt Raubal.

Physis: Der EHC ist stets in der Lage, über 60 Minuten Druck zu machen. „Körperlich gehören wir sicher zu den fittesten Teams“, sagt Winkler. „Spiele gewinnt man im Training. Wer da über Grenzen geht, kann das auch im Spiel“, sagt Quälgeist Cortina.

Ausgeglichenheit: Der EHC hat nicht den einen Star, den Ribéry, mit dem das Spiel steht und fällt. „Wir haben drei Reihen, die alle ein Spiel allein entscheiden können. Wir sind nicht ausrechenbar“, sagt Winkler. Cortina sagt: „Wir wollten hier immer ein funktionierendes Team. Und das haben wir. Jeder respektiert den anderen, jeder weiß um den Wert des Mitspielers.“

Disziplin: Die Spieler agieren streng im Spielsystem, sie kassieren kaum dumme Strafen. Höchstens Hitzkopf Dylan Gyori und Raubein Markus Jocher sitzen öfter auf der Strafbank. Cortina: „Wichtig ist, dass wir Frustrationen nicht in Strafen ummünzen, die das Team schwächen. Das passiert kaum.“

Matthias Kerber


AZ vom 23.02.2009



 
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